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Wandbild Paula Fürst Schule

Bei meinem ersten Besuch in der Paula-Fürst-Schule beeindruckte mich das Agglomerat der werkstattähnlichen Gebäude. Dieses vermittelt mir den Eindruck einer kreativen Umgebung, in der Wissen frei vermittelt werden kann.

Der Eingang ist unterdessen nicht leicht zu finden, da er sich hinter einem normalen Werkstatttor befindet. Hinter der Eingangstür befindet sich das Treppenhaus, das zu dem Sekretariat und zu den Lehrerzimmern führt. Hier wurde man von zwei alten Infokästen in Empfang genommen, die recht hektisch auf die Betriebsamkeit des Ortes verwiesen.

Für Personen, die noch nie in dem Gebäude waren, fehlte jede Information.

Hier wurde ich beauftragt „Linderung“ zu verschaffen.

Und so entwickelte ich ein Wandbild, das sich sowohl auf die Architektur als auch auf die Situation dieses Treppenhauses bezieht und aus zwei Bildteilen besteht: Einer geometrischen Zeichnung, die verschiedene farbige Flächen ermöglicht, und einem darüber liegenden Schriftbild.

Die zugrunde liegende Zeichnung im Erdgeschoss setzt in der Höhe des Treppenanfangs auf der langen Wand an. Von diesem Punkt aus führen fächer- oder strahlen-förmig Linien zu den verschiedenen markanten Eckpunkten der Architektur hin. Raumecken, Treppenunterkannten oder Wandvorsprünge sind die korrespondierenden Punkte zwischen die sich die Linien spannen, um Farbflächen entstehen zu lassen. Dieses Prinzip setzt sich auch auf dem Weg nach oben im Treppenhaus zum Sekretariat und den Lehrerzimmern fort.

Durch die verschiedenen diagonalen Flächen wird der Betrachter nach oben gezogen und so übernimmt das Wandbild die Funktion eines Leitsystems.

Durch die verschiedenen Diagonalen und die unterschiedlichen Farben entsteht aber auch Räumlichkeit, welche die ursprüngliche Enge des Treppenhauses illusionistisch erweitert.  In ihrem Grundwesen sind die Farben eher hell gehalten, um dem Treppenhaus nicht zu viel Licht zu nehmen.

Auf die Frage nach dem relativ anonymen Ort antworte ich mit einem wandfüllenden Logo, dass sich von einem kleinen Treppenabsatz Richtung Keller bis zum rechten Wand Ende spannt. Durch seine Größe ist die Schrift in das Wandbild integriert. Auf der anderen Seite strahlt sie durch ihre Größe auch ein positives Selbstvertrauen aus, was hoffentlich bei Allen, die es sehen, einen positiven Eindruck hinterlässt.

Ben Hübsch, Freiburg, November 2021